Berlin wählt – und wir fragen nach: Wie wollen die Parteien Bürgerengagement künftig stärken?
Zur Wahl des Abgeordnetenhauses 2026 haben wir unsere Wahlprüfsteine an die demokratischen Parteien in Berlin verschickt. Wir wollen wissen, welche Rolle Engagement in den Wahlprogrammen spielt – und welche konkreten Maßnahmen die Parteien planen.
Die Parteien sind gebeten, ihre Antworten bis zum 17. April 2026 einzureichen. Anschließend veröffentlichen wir diese gebündelt auf unserer Website und machen sie für alle Interessierten zugänglich.
Am 12. Mai 2026 laden wir zu einem digitalen Austausch ein, bei dem Vertreter:innen der Parteien ihre Positionen vorstellen und mit uns diskutieren.
Das Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin e.V. vernetzt rund 100 Organisationen, Vereine und Initiativen aus der Berliner Zivilgesellschaft, die sich für demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Gemeinsam setzen wir der zunehmenden Individualisierung eine Idee von Gemeinsinn entgegen. Unser Ziel ist es, Engagement als sinnstiftende Erfahrung sichtbar zu machen – damit Engagierte sich selbstwirksam erleben und gesellschaftlich etwas bewegen können. Unser Demokratieverständnis stellt Gemeinwohl, Gemeinsinn und Inklusion in den Mittelpunkt und wendet sich gegen ausgrenzende und polarisierende Ansätze.
Studien zeigen, dass Engagement dazu beiträgt, dass Menschen weniger anfällig für Radikalisierungen sind und sich stärker für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen (u.a. Studie „Engagement und politische Einstellungen“ (2025)). Damit sich Engagement entfalten kann, braucht es jedoch eine verlässliche Infrastruktur – von Freiwilligenagenturen über Beratungsangebote bis hin zu transparenter Förderung.
Eine starke und handlungsfähige Zivilgesellschaft ist entscheidend, um sowohl akute als auch strukturelle Krisen bewältigen zu können. Ob bei gesellschaftlichen Konflikten, Naturereignissen oder sozialen Herausforderungen – zivilgesellschaftliche Organisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und zum Zusammenhalt (u.a. Studie „Krise als Chance?“ (2025)). Damit sie diese Rolle verlässlich ausfüllen können, braucht es geeignete Rahmenbedingungen.
Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen einbringen und beteiligen können. Inklusive Strukturen und barrierearme Zugänge zu Engagement sind dafür zentrale Voraussetzungen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und knapper werdender Ressourcen stellt sich die Frage, wie Teilhabe gesichert und weiter ausgebaut werden kann.
Junge Menschen engagieren sich auf vielfältige Weise für gesellschaftliche Themen und bringen neue Perspektiven und Ideen in zivilgesellschaftliche Initiativen ein. Damit dieses Engagement wachsen und sich langfristig entfalten kann, braucht es passende Rahmenbedingungen, Anerkennung und Unterstützung.
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