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Corporate Volunteering erfolgreich gestalten: Was Organisationen von der Berliner Tafel lernen können

Veröffentlicht am 13.08.2026

Foto: Dietmar Gust

Seit rund 12 Jahren arbeitet die Berliner Tafel mit Unternehmen zusammen, die ihren Mitarbeitenden ermöglichen, sich während der Arbeitszeit sozial zu engagieren. Für die Berliner Tafel ist Corporate Volunteering dabei mehr als eine einmalige Unterstützung: Es hilft in ihrer täglichen Arbeit, macht ihr Engagement sichtbar und kann zu einer langfristigen Verbindung führen.

Ein wichtiger Grund für die Berliner Tafel, Corporate Volunteering anzubieten, ist die Möglichkeit, Unternehmen und Mitarbeitenden die eigene Arbeit näherzubringen. „Wir möchten unsere Arbeit zeigen und transparent machen – und möglichst viele Menschen einladen, zu sehen, was wir tun“, erklärt Sophie Losch, Ehrenamtskoordinatorin bei der Berliner Tafel.

Besonders relevant ist dabei, dass die Einsätze in der Regel während der Arbeitszeit stattfinden. Für viele Menschen wäre ein regelmäßiges Ehrenamt neben einem Vollzeitjob kaum möglich. Corporate Volunteering schafft hier einen niedrigschwelligen Zugang zu Engagement.

Corporate Volunteering lohnt sich nicht automatisch – der Bedarf muss passen

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist aus Sicht der Berliner Tafel, dass Organisationen zunächst prüfen sollten, ob Corporate Volunteering tatsächlich zum eigenen Bedarf passt. „Man muss sich überlegen: Wo ist es sinnvoll? Es macht ja auch Arbeit für das Team und das muss sich die Waage halten“, so Sophie Losch. Denn auch freiwillige Helfer:innen benötigen Betreuung, Einweisung und Begleitung. Der Einsatz sollte daher so gestaltet sein, dass der Nutzen für die Organisation größer ist als der zusätzliche Aufwand.

Bei der Berliner Tafel übernimmt die Ehrenamtskoordination eine zentrale Rolle. Die Mitarbeitenden begrüßen die Gruppen, erklären die Abläufe, begleiten die Einsätze und stehen für Fragen zur Verfügung.

Foto: Dietmar Gust

Klare Aufgaben und realistische Rahmenbedingungen sind entscheidend

Ein weiterer Erfahrungswert der Berliner Tafel: Corporate Volunteering funktioniert besonders gut, wenn die Aufgaben klar definiert und für die Teilnehmenden einfach verständlich sind.

Gerade Unternehmen kommen manchmal mit eigenen Vorstellungen auf Organisationen zu, die nicht immer mit den vorhandenen Möglichkeiten zusammenpassen. Gruppen von 50 oder 100 Personen, die spontan für eine Stunde helfen möchten, lassen sich nicht in jeder Organisation sinnvoll einsetzen. Deshalb empfiehlt die Berliner Tafel, die eigenen Rahmenbedingungen klar zu kommunizieren und sich im Vorhinein folgende Fragen zu stellen:

  • Welche Aufgaben eignen sich?
  • Können die Tätigkeiten innerhalb weniger Stunden erklärt und durchgeführt werden?
  • Wie viele Personen können sinnvoll teilnehmen?
  • Können wir ausreichend Betreuung gewährleisten?
  • Welche Erwartungen müssen wir Unternehmen frühzeitig kommunizieren?

Bei der Berliner Tafel dauern Einsätze beispielsweise mindestens drei Stunden, damit neben Begrüßung und Einführung auch genügend Zeit für die eigentliche Mitarbeit bleibt.

Foto: Dietmar Gust

Von einmaligen Einsätzen zu langfristigen Partnerschaften

Viele Unternehmen kommen zunächst für einen einzelnen Aktionstag. Daraus können sich jedoch langfristige Beziehungen entwickeln. Bei der Berliner Tafel gibt es Unternehmen, die regelmäßig wiederkommen, teilweise mit festen Terminen alle zwei Wochen. Andere Unternehmen nutzen Corporate Volunteering als Einstieg und entscheiden sich später für weitere Unterstützung, beispielsweise durch Spenden.

Auch neue Ehrenamtliche lassen sich aus solchen Einsätzen gewinnen. Zwar bleibt Corporate Volunteering meist ein punktuelles Engagement, doch manche Teilnehmende kommen später individuell wieder, etwa, wenn sie mehr Zeit für freiwilliges Engagement haben.

Für Unternehmen bietet Corporate Volunteering die Möglichkeit, gesellschaftliche Verantwortung sichtbar zu machen und ihren Mitarbeitenden ein gemeinsames sinnstiftendes Erlebnis in der regulären Arbeitszeit zu ermöglichen.

Die Berliner Tafel setzt bei der Bewerbung ihrer Einsätze daher bewusst auf zwei Botschaften: gesellschaftliche Wirkung und Teambuilding. Denn erfolgreiches Corporate Volunteering verbindet den Einsatz für eine gute Sache mit einem gemeinsamen Erlebnis, das den Zusammenhalt im Team stärkt.

Was sich aus den Erfahrungen der Berliner Tafel lernen lässt

Für die Berliner Tafel sind drei Punkte besonders wichtig:

  1. Einen passenden Aufgabenbereich schaffen: Corporate Volunteering funktioniert am besten, wenn Organisationen konkrete Tätigkeiten anbieten können, die gut erklärbar und innerhalb eines überschaubaren Zeitraums machbar sind.
  2. Die eigenen Grenzen kennen und kommunizieren: Nicht jede Anfrage muss angenommen werden. Entscheidend ist, dass der Einsatz zur Organisation passt und nicht mehr Aufwand verursacht als Nutzen bringt.
  3. Betreuung einplanen: Unternehmensgruppen brauchen Orientierung. Eine gute Begleitung sorgt dafür, dass sich die Teilnehmenden willkommen fühlen, Lust haben, anzupacken und bestenfalls wiederkommen.

Was ist Corporate Volunteering?

Corporate Volunteering beschreibt das freiwillige gesellschaftliche Engagement von Unternehmen und ihren Mitarbeitenden für gemeinnützige Zwecke. Dabei stellen Unternehmen Ressourcen wie Arbeitszeit, fachliche Expertise oder finanzielle Mittel bereit, um einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Die Berliner Tafel

Die Berliner Tafel rettet 830 Tonnen Lebensmittel im Monat vor der Vernichtung und unterstützt damit armutsbetroffene Menschen in rund 400 sozialen Einrichtungen sowie den 48 LAIB und SEELE-Ausgabestellen mit Lebensmitteln. Darüber hinaus bietet sie Kochkurse für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projekts KIMBA an.

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