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3 Fragen an … Tamaja Betreuung und Beherbergung gGmbH

Veröffentlicht am 07.04.2026

Foto: Tamaja

In unserer Reihe „3 Fragen an …“ stellen wir diesmal die Tamaja Betreuung und Beherbergung gGmbH vor, die in Berlin Geflüchtete betreut und begleitet. Im Gespräch geht es um aktuelle Herausforderungen rund um Flucht und Migration, gesellschaftliche Entwicklungen sowie den Umgang mit Rassismus im Alltag. Ein Einblick in die Praxis – und in die Frage, was es für ein solidarisches Miteinander braucht.

Wer sucht aktuell Schutz bei euch – und was brauchen die Menschen gerade am dringendsten?

Menschen fliehen aus unterschiedlichen Gründen und haben ebenso unterschiedliche Bedarfe wie Menschen, die nicht fliehen. Das Wichtigste für die Sicherheit und den Schutz aller Menschen ist Solidarität. Wir dürfen uns niemals spalten lassen und nicht „nach unten“ treten. Wir brauchen eine Kultur der Akzeptanz und ein friedliches Miteinander für alle.

Das Thema Migration ist hoch politisch: Was davon kommt bei euch und bei den Bewohner:innen an?

Internationale Konflikte und Dynamiken sehen wir an dem Zuzug nach Berlin. Außerdem werden gesellschaftliche Herausforderungen insbesondere bei unseren Klient:innen sichtbar, teilweise noch bevor es die weiße Mehrheitsbevölkerung wahrnimmt. So sehen wir den Wohnungsmangel oder die einstige Kitaplatzlage in Berlin noch, bevor es eine öffentliche Debatte dazu gibt. Notlagen werden zuerst bei den Bedürftigsten im Land sichtbar.

Rassismus im Alltag: Nehmt ihr Veränderungen wahr – und wie unterstützt ihr eure Bewohner:innen im Umgang damit?

Rassismus im Alltag sowie die Akzeptanz unserer Arbeit sind tägliche Themen, vor denen wir stehen. Was eine Gesellschaft braucht, sind Räume der Begegnung und des Austauschs. Wir müssen wegkommen von rhetorischer Spaltung und unsere Gemeinsamkeiten finden und wertschätzen. Am Ende sind wir alle Menschen.

Tamaja Betreuung und Beherbergung gGmbH betreibt im Auftrag des Landes Berlin mehrere Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete sowie eine Erstaufnahme-Einrichtung für unbegleitete Minderjährige. Neben dem Betrieb der Unterkünfte übernehmen sie die sozialarbeiterische Betreuung der Bewohnenden. Dabei vernetzen sie sich pro-aktiv mit Nachbarschaft, Bezirk und Land und verbinden die Bedarfe aus dem Sozialdienst mit der sozialen Infrastruktur im Kiez. Sie fördern das Engagement der Bewohnenden und initiieren demokratiefördernde Prozesse zur Partizipation und Teilhabe.

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