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Der Ausbildungslehrgang „Strategisches Freiwilligenmanagement“

Veröffentlicht am 28.08.2019

„Eigentlich braucht es das Wort ‚strategisch‘ gar nicht mehr“, sagt Ute Clausner. Aber in den 1990er-Jahren, als der Begriff „Strategisches Freiwilligenmanagement“ in Deutschland aufkam, war es ein wichtiges Wort.

Von Matthias Sauerbrei

An einem heißen Sommertag haben Ute Clausner und ich uns in den Räumen der Akademie für Ehrenamtlichkeit in der Marchlewskistraße 27 getroffen, um über den Ausbildungsgang „Strategisches Freiwilligenmanagement“ zu reden. Im dem Seminarraum war es angenehm kühl. Ebenso angenehm empfand ich es, was Ute Clausner über den Lehrgang zu sagen hat, den sie in diesem Jahr von Kristin Reichel übernommen hatte.

Das Konzept des Freiwilligenmanagements hatte einer der ersten Mitarbeiter der Akademie für Ehrenamtlichkeit in England kennengelernt. Schnell wurde erkannt, dass der Bedarf dafür auch in Deutschland hoch ist. So entstand der Ausbildungsgang „Strategisches Freiwilligenmanagement“.

„Eigentlich braucht es das Wort ‚strategisch‘ gar nicht mehr“, sagt Ute Clausner. Aber in den 1990er-Jahren, als der Begriff „Strategisches Freiwilligenmanagement“ in Deutschland aufkam, war es ein wichtiges Wort. Damals waren Bezeichnungen wie „Management“ im Non-Profit-Bereich in Deutschland unbekannt. Daher habe man das Wort „strategisch“ hinzugefügt, um zu verdeutlichen, worum es sich beim Freiwilligenmanagement handelt. Heute jedoch sei klar, dass es in Abgrenzung zur Freiwilligenkoordination darum geht, strategisch zu denken und zu handeln. Ziel des Freiwilligenmanagements ist es nämlich, nachhaltig eine Kultur in der eigenen Organisation zu etablieren, die ein zur Organisation passendes freiwilliges Engagement fördert. Dabei ist es wichtig, dass sich die Aufgaben des Freiwilligenmanagements klar von den Aufgaben der Freiwilligenkoordination unterscheiden bzw. gut ergänzen. Wie letztlich die Trennung genau aussieht, kann jedoch jede Organisation für sich entscheiden.

Auch dabei kann der Ausbildungsgang helfen. Grundsätzlich besteht er aus drei Modulen á drei Tage. Ute Clausner ist als Kursleitung bei jedem der Module dabei, zusätzlich wird für jedes Modul ein Experte eingeladen. So wird zum Beispiel der wachsenden Bedeutung des digitalen Engagements Rechnung getragen, indem es ein Modul zur Digitalisierung gibt. Kein Ausbildungsgang ähnelt dem anderen, da sich die Kurse immer den Problemen der Teilnehmer*innen anpassen. Dabei sind Perspektivwechsel, die die Kursteilnehmer*innen anbieten können, oft besonders hilfreich. Abgeschlossen wird die Fortbildung durch eine Abschlussarbeit, die eine tiefer gehende Beschäftigung mit den Kursinhalten ermöglichen soll.

Für die Zukunft des Ausbildungsganges „Strategisches Freiwilligenmanagement“ wünscht sich Ute Clausner, dass das Erlernte besser in den Arbeitsalltag übertragen werden kann: „Zwischen den Modulen passiert oft nichts. Da müssen wir den Austausch der Teilnehmenden fördern. Oder vielleicht führen wir auch Webinare ein.“

Die Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland (www.ehrenamt.de) ist eine Einrichtung des Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit (www.fjs-ev.de) in Berlin.

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LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Matthias Sauerbrei
zuletzt überarbeitet 28.08.2019

 

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